31. August 2021

Die deviceTRUST Story

Etwas wagen und neue Wege gehen, das wollten wir Mitte 2015 auf der Suche nach neuen beruflichen Herausforderungen. Wir, das sind Jens Schmidt, Jon Allsop und Sascha Göckel die drei Gründer der deviceTRUST GmbH.

Lange Zeit kannten wir uns aus dem Virtualisierungsmarkt, schätzen uns und unsere Arbeit und wussten, dass wir dank der langjährigen Projekterfahrungen mit Kunden unterschiedlichster Größen und Branchen aus dem Virtualisierungsumfeld, auch End-User Computing (EUC) genannt, die Anforderungen und Herausforderungen verstanden.

Diese Erfahrung und unser Wissen wollten wir nutzen. Doch dass diese ersten Ideen uns einmal an den Punkt bringen würden, an dem wir heute stehen, war damals noch nicht absehbar.

Den Kontext in den Mittelpunkt rücken

Kurzentschlossen packten wir unsere Sachen und trafen uns für fünf Tage auf der Nordseeinsel Wangerooge, um über unsere Ideen und die Zukunft zu sprechen. Hierbei diskutierten wir ernsthaft unsere Optionen; geht man gemeinsam zu einem Softwarehersteller, startet man die eigene IT Consulting-Bude oder wagt man den großen unsicheren Schritt und gründet ein Startup? Wir waren uns schnell einig, die Gründung eines Startups war genau das, was wir gerne machen wollten.

Nach einigen Brainstorming Sessions am Strand und ausgiebigen Spaziergängen, mit dem ein oder anderen Flensburger Bier, fiel die Entscheidung. Wir entwickeln eine Softwarelösung, die den Kontext des Zugriffes innerhalb der EUC-Umgebung berücksichtigt und kontextbasierte Richtlinien anwendet.

deviceTRUST Founders deviceTRUST Founders

Kontext war 2015 noch nicht wirklich ein Thema in der IT!? Tatsächlich nicht, man hat mal hier oder da über den Kontext gesprochen, aber wer braucht das schon, wenn die Zugriffe immer vom selben Benutzer, demselben Ort und vom selben Endgerät erfolgen. Wir waren davon überzeugt, dass eine Lösung benötigt wird, da rein rollenbasierte Zugriffslösungen sehr bald nicht mehr ausreichen werden.

Was uns so sicher machte, dass der Kontext bald im Fokus stehen wird? Es war unsere Erfahrung aus den vergangenen Jahren und die Gespräche aus Kundenprojekten, in denen wir immer mal wieder gefragt wurden, ob man mehr Informationen über das genutzte Endgerät des Benutzers bekommen kann, das gerade für den Zugriff auf die EUC-Umgebung genutzt wird. Gefragt waren Themen wie Sicherheitszustand, Netzwerklokation, Wi-Fi-Sicherheit, Land des Zugriffes und vieles mehr. Leider lagen zu diesem Zeitpunkt nur Informationen über die IP Adresse, das Betriebssystem und der NetBIOS Name vor. Doch das waren nie die Informationen, die unsere Kunden angefragt hatten!

Neue Arbeitsmodelle schafften neue Anforderungen

Die Nutzung der EUC-Umgebung veränderte sich immer mehr und die Benutzer wurden immer mobiler. Heute im Covid-19 Zeitalter wissen wir sehr sicher, dass die Annahme absolut korrekt war und die Arbeitswelt sich immer weiter dahin entwickeln wird, dass die Zugriffe auf den digitalen Arbeitsplatz (der neue Begriff für EUC-Umgebung) immer dynamischer und mobiler werden.

So verbrachten wir den restlichen Oktober 2015 damit, die Softwarelösung genauer zu spezifizieren und den Markt zu sondieren. Was brauchen wir in der ersten Version und gab es vielleicht schon einen Anbieter einer solchen Lösung, den wir übersehen haben? Ist genügend Marktpotenzial für uns da? Wie gründet man ein Unternehmen und viel wichtiger, wie finanzieren wir unsere Leben und unsere Familien bis zu dem Zeitpunkt, an dem wir mit unserer Softwarelösung Geld verdienen?

Ab Mitte November 2015 waren wir uns sicher und einig, da ist ein Markt für uns, wir können eine verkaufsfähige Version mit ausreichendem Funktionsumfang liefern und unsere finanzielle Seite ist erst einmal gesichert – Let´s start the Engine! Gesagt getan, wir suchten einen passenden Firmennamen, der auch noch als .com Domäne verfügbar war und haben mit dem Marketingslogan “Context awareness is important for your business“ unser Startup die deviceTRUST im Januar 2016 erfolgreich gegründet. 😊

deviceTRUST Founders deviceTRUST Founders

Im Laufe des Jahres 2016 haben wir unsere erste verkaufsfähige Version veröffentlicht und unsere Marketing- und Sales-Maschine gestartet, um den Markt mit unserer Lösung zu beglücken. Wir erinnern uns heute noch ganz genau an die Anfangszeit, welche von einigen Missionierungen geprägt war. Nicht jeder hat direkt die Vorteile unserer kontextbasierten Sicherheitslösung gesehen, beziehungsweise nicht erkannt, dass ein rollenbasiertes Zugriffsmanagement nicht mehr ausreichend sein wird.

Auch wenn zu diesem Zeitpunkt nur sehr wenige die Notwendigkeit erkannten, haben wir uns nicht abbringen lassen und mit unseren zur Verfügung stehenden Mitteln und Ressourcen weiterhin den Markt und die Community missioniert.

Mitte 2017 konnten wir den High-Tech Gründerfond als Seed-Investor für uns gewinnen und mit dessen Investment in Personal und Marketing investieren. In diesem als auch in den Folgejahren konnten wir einige weitere Erfolge verzeichnen. Wir haben unsere ersten beiden Patente erhalten, alle wichtigen Positionen mit sehr guten Mitstreitern besetzt und Kunden unterschiedlichster Größe und Branchen in Europa und USA gewonnen.

deviceTRUST Igel Disrupt deviceTRUST Founder

Ebenso haben wir unsere Aktivitäten mit unseren Resellern und Distributoren verstärkt, um unsere Marktpräsenz in den Zielmärkten zu erhöhen und gut ausgebildete technische Ansprechpartner für unsere Kunden zu gewährleisten.

Ende 2019 konnten wir den Technologiefonds Hessen III und Hessen Kapital I als weitere Investoren innerhalb der Round A Investitionsrunde gewinnen, um den Wachstumskurs der deviceTRUST zu beschleunigen.

Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt

Und dann kam Anfang 2020 Covid-19 auf uns alle zu und unsere Investitionspläne mussten erst einmal auf Eis gelegt werden. Die Pandemie brachte für unser Unternehmen sowohl positive als auch negative Veränderungen mit sich. Zum einen mussten wir wegen der unsicheren Zukunft die Investitionen stark zurückfahren beziehungsweise einzeln stoppen, Projekte und Vertriebszyklen haben sich stark verzögert. Auf der anderen Seite zeigte sich durch Covid-19, dass die Zugriffe auf digitale Arbeitsplätze sich grundsätzlich verändert haben und bestehende IT-Sicherheitslösungen nicht mehr ausreichend sind, die immer steigenden Anforderungen an IT-Sicherheit, Compliance und regulatorische Vorgaben bei sich stetig ändernden Nutzungsverhalten der Benutzer zu erfüllen.

Rückblickend lässt sich sagen, dass wir den richtigen Riecher im Jahr 2015 hatten und dass kontextbasierte Sicherheit heute als auch zukünftig immer mehr einen wichtigen Bestandteil jeglicher digitalen Arbeitsplatzumgebungen ist. Freut Euch auf weitere neue sinnvolle Funktionen für unser bestehendes Produkt, als auch über neue zukunftsweisende Produkte, die wir in den nächsten Monaten veröffentlichen werden.

Stay tuned! 🚀

von Sascha Göckel – CEO